Schlosskonzert - Das Herz geöffnet

Warum nur ist bei klassischen Konzerten so oft die Zugabe der Höhepunkt? Liegt es daran, dass die Musiker, die ihr Konzert gerade hinter sich haben, locker und befreit aufspielen? Oder präsentieren sie nach dem Schlussapplaus ihr Lieblingsstück? Jedenfalls war John Williams’ „Schindler’s List“ in der Bearbeitung für Streichquartette ein unter die Haut gehendes Erlebnis. Das Nodelman Quartett mit Misha Nodelman (Violine), Evgeny Selitsky (Violine), Andreas Kosinski (Viola) und Mark Mefsut (Violoncello) zelebrierte im Rittersaal von Schloss Loburg das Stück des amerikanischen Filmmusikers und mehrfachen Oscar-Gewinners Williams’ mit so viel Gefühl, dass den rund 50 Besuchern das Herz aufging – besonders wenn die Geige klagte und das gezupfte Cello sie rhythmisch unterstützte, war man gefangen in den klagenden Tönen.

Eingestiegen waren die vier Musiker, die auf Einladung des Vereins Loburger Schlosskonzerte nach Ostbevern gekommen waren, mit Ludwig van Beethovens Streichquartett Nr. 7 op. 59 Nr. 1 F-Dur. „Dieses Werk Beethovens war ein Big Bang in der Musikgeschichte“, hob Andreas Kosinski in seiner Einführung hervor. Nicht nur, dass Beethoven (1770 - 1827) in der Auftragsarbeit für Graf Andrej Rasumowsky den Umfang für kammermusikalische Stücke von rund 20 Minuten auf mehr als das Doppelte ausdehnte, war neu und richtungsweisend für nachfolgende Komponistengenerationen. „Neu war zudem, dass Beethoven den Rhythmus von der Melodie trennte“, so Kosinski. Im Allegro fast gewalttätig, im Adagio wunderbar ruhig, vor allem im Piano oder den Zupfpassagen zeigte das Quartett ein fast perfektes Zusammenspiel.

Nach der Pause folgte Felix Mendelssohn Bartholdys (1809 - 1847) Streichquartett e-Moll op. 44 Nr. 2. „Das war ein Geburtstagsgeschenk an seinen Bruder“, wusste Kosinski zu berichten. „Ihm fiel nichts ein, was er verschenken könnte. Gut, dass er Komponist war“, schmunzelte der Musiker. Feurig war dann der Einstieg des Quartetts mit dem Allegro assai appassionato, noch einmal verschärft wurde das Tempo im Scherzo, um den Zuhörer im Andante dann zur Ruhe kommen zu lassen. Wahrlich unruhig das Presto agitato zum Ausklang, ein Feuerwerk. Die Besucher dankten das mit lang anhaltendem Applaus.

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