Capella Loburgensis, Musik-Verein Oelde und Nordwestdeutsche Philharmonie führen Mozarts Requiem auf - Herr, gib’ ihnen die ewige Ruhe

Was für ein wundervoller Abend, was für ein Hörgenuss für rund 600 Besucher in der Pfarrkirche St. Ambrosius. Unter dem Dirigat von Matthias Hellmons führten am Freitagabend die Capella Loburgensis, der Musik-Verein Oelde und die Nordwestdeutsche Philharmonie das Requiem d-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart (KV 626) auf. Mit ins Programm aufgenommen hatte Hellmons Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur (KV 622) sowie Antonio Salieris Krönungs Te Deum D-Dur und damit ein Paket geschnürt, das in sich stimmig passte. Schließlich war das Te Deum ebenso eines der letzten großen Werke Salieri (1750 - 1825) wie das Klarinettenkonzert und das Requiem die letzten Arbeiten Mozarts (1756 - 1791) waren. Ja, das Requiem konnte das mit 36 Jahren früh gestorbene Musikgenie Mozart nicht vollenden, seine Schüler Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr sollen das Auftragswerk im Namen von Mozarts Gattin Constance für den exzentrischen Grafen Franz von Walsegg vollendet haben.

Die drei Dokumente musikalischer Zeitgeschichte des ausgehenden 18. Jahrhunderts haben im Laufe von mehr als 200 Jahren nichts von ihrer Schönheit eingebüßt. Die beiden Chöre, das Orchester sowie

die Solisten Anna-Sophie Brosig (Sopran), Rebecca Blanz (Mezzosopran), Daniel Schliewa (Tenor) und Joel Urch (Bass) präsentierten das dunkel-getragene Requiem gleichermaßen sensibel und facettenreich. Kraftvoll das „Introitus" mit dem Einstieg „Herr, gib’ ihnen die ewige Ruhe", eine große Herausforderung das „Kyrie" für den Chor, der das „Herr erbarme dich" als wunderbarer Klangkörper präsentierte. Und mit hohem Tempo führte Hellmons schließlich durch das drängende „Dies irae", fast spürte man das Zittern der Menschen vor dem göttlichen Richter.

Ist’s Einbildung oder dem Wissen geschuldet, dass die weiteren Sätze, nur in Fragmenten vom Meister selbst komponiert und von seinen „Schülern" beendet wurden, nicht die Intensität der ersten haben? Doch den weit über 130 Mitwirkenden gelang es weiterhin, die Zuhörer zu fesseln und sie sowohl in den Piano- als auch den Fortepassagen mitzutragen. So mit ganz viel Herz im „Hostias et preces tibi Domini: „Gib Herr, dass sie vom Tode hinübergehen zu dem Leben" oder als sie im „Sanctus" jubilierten: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr." Mit durch Blechbläser akzentuierten und einem Solo der wunderbaren Sopranistin Anna-Sophia Brosig, die mit ihrem warmen und klaren Klang den ganzen Kirchenraum füllte, setzte Hellmons im „Communio" noch einmal einen kraftvollen Schlussakkord. Dazu passend: Er senkte den Dirigentenstab – und die Kirchenglocken begannen zu läuten.

Zuvor hatten Chöre, Orchester und Solisten mit großer Präzision und Präsenz Salieris Krönungs Te Deum geboten, die der Italiener – zu seiner Zeit deutlich mehr geschätzt als Mozart – zur Krönung Kaiser Leopolds (1790) komponierte.

Dann folgte ein Highlight des Abends mit Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur, bei dem Sabine Grofmeier zu brillieren wusste. Im Adagio mit seinen ruhigen und pianissimo vorgetragenen Passagen, diesen wunderbaren tiefen Tönen, ging den Zuhörern das Herz auf. Im Rondo Allegro schließlich wurde die ganze Spielfreude der Solistin sichtbar. Die sympathische Klarinettistin ließ die Menschen mittanzen, unterstützt von einem Orchester, das sich nicht nur kontrapunktisch einfühlsam präsentierte, sondern selbst Akzente setze. Mit einem Finale furioso endete eines der bedeutendsten und frühesten Klarinettenkonzerte.

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