Herbstkonzert der Capella Loburgensis - Sanft und voller tragender Kraft

WN am 25.11.2019
Herbstkonzert der Capella Loburgensis - Sanft und voller tragender Kraft

25.11.2019
Große Leistung in Harmonie mit Orchester und Chor: Sara Romberger, Alt, Megan Marie Hart, Sopran, Lennart Hoyer, Tenor, und Frank Dolphin Wong, Bass.  Foto: Anne Reinker 

Ostbevern - Die Nordwestdeutsche Philharmonie mit dem Musik-Verein Oelde und der Capella Loburgensis hatten einmal mehr in die Ambrosius-Kirche eingeladen. Zusammen mit den Solisten Megan Marie Hart, Sara Romberger, Lennart Hoyer und Frank Dolphin Wong brachten sie das Requiem von Franz von Suppé aus dem Jahre 1855 zu Gehör.  Von Andreas Hasenkamp 

Ein eher selten zu hörendes Requiem schenkten am Freitag die Nordwestdeutsche Philharmonie mit dem Musik-Verein Oelde und der Capella Loburgensis dem Publikum in Sankt Ambrosius: Franz von Suppès Werk aus dem Jahre 1855, als er ein junger Theater-Kapellmeister war. Die Solisten waren Megan Marie Hart, Sopran, Sara Romberger, Alt, Lennart Hoyer, Tenor, und Frank Dolphin Wong, Bass.

Alle Ensembles und Solisten vereinte der Wille zur Intensität. Wie ein Klangkörper durchschreiten sie mit Glanz und voller Druck das „Osanna in excelsis“ des Benedictus; drängend und beschwörend klingt in der Kommunion: „den Toten gibt die ewige Ruhe, Herr, ... denn du bist mild.“ Bassist und Sopranistin tun das ihre – durchdringend verspricht Wong „laut wird die Posaune klingen, durch der Erde Gräber dringen“; feinste Lautmalerei der Sopranistin versinnbildlicht im Lacrimosa die Bitte nach der ewigen Ruhe, mit sanfter, doch tragender Kraft. Der Chor hält mit in der Dynamik, auch wenn es mit dem Orchester ins Fortissimo geht. Und gemeinsam verklingen sie „wenn Gerechte selbst verzagen“. Umgekehrt verleihen sie der Hoffnung Ausdruck im „Rex tremendae“. Auf Dank und Hoffnung als Kern des Requiems hatte zum einleitenden Gebet Pfarrer Marco Klein abgehoben und im Mittelgang eine Osterkerze entzündet.
Diesmal war St. Ambrosius nicht ganz gefüllt. Enthusiastisch, dankbar, kräftig, aufgestaut war der Applaus nach dem schließenden „Libera“ – das Publikum hatte den Künstlern während des Werkes durch stille Aufmerksamkeit Respekt gezollt.

Drei Proben hatten die Sängerinnen und Sänger mit der stets verlässlichen Nordwestdeutschen Philharmonie und Solisten zusammengeführt. Für den Chor ist das Stück Teil des Halbjahresprogramms. Anders war es für die eingesprungenen Solisten Hart und Wong. Er wusste es Mittwoch, sie seit Donnerstag; man probte mit Hellmons am Klavier. „Dafür war es hervorragend“, sagt Hellmons. Die Sopranistin Hart ist in den USA ausgebildet und singt seit 2015 im Ensemble des Landestheaters Detmold Titelrollen. In den Niederlanden ausgebildet ist der Bass-Bariton Wong, derzeit engagiert am Theater in Bielefeld. Ein glücklicher Umstand: Beide Sänger hatten das Werk erst vor kurzem gesungen. Für Hellmons war die Aufführung ein Jubiläum: vor 30 Jahren hatte er eine Aufführung der „Missa pro defunctis“ in der Paderhalle in Paderborn geleitet.

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